Gemeindebrief (barrierefrei)

I/2022: Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“

Inhalt:

Andacht

„Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“

 Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen. Epheser 4, 2b-6

Liebe Gemeinde,

oft gibt es zwischen Menschen und Gruppen, die ganz ähnliche Überzeugungen haben, besonders bittere Streitereien. Gerade die Ähnlichkeit weckt das Bedürfnis sich abzugrenzen, deutlich zu machen, wie man sich unterscheidet. Ich beobachte das auch an mir selbst, wenn es um andere christliche Konfessionen und Gruppen geht. Schließlich gibt es ja gute Gründe für mich, evangelisch zu sein. Heilsam ist es dann mit Menschen von außerhalb der Kirchen zu sprechen: Für sie ist es oft völlig unbegreiflich, weshalb wir uns streiten – und tatsächlich: Eigentlich verbindet uns als Christ*innen verschiedener Glaubensrichtungen mehr miteinander als uns trennt. Ich kann deshalb inzwischen sehr viel mit dem Leitsatz der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ anfangen: Kirchen begegnen sich dort in „versöhnter Verschiedenheit“. Und wem die Ökumene zu weit ist – auch innerhalb unserer Ortsgemeinde treffen unterschiedliche Glaubensvorstellungen  aufeinander. Dennoch sind wir miteinander verbunden durch den einen Gott, zu dem wir beten, dem wir vertrauen, dessen Willen wir zu ergründen suchen. Auch wenn wir aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen, Kulturen und Sozialisationen manchmal andere Schwerpunkte setzen und uns nicht immer einig sind, was denn nun Gottes Wille ist, gehen wir friedlich miteinander um. Nur in diesem Frieden gelingt es uns dauerhaft, den Geist zu entdecken, auf dessen Spuren wir unterwegs sind: Gottes Geist. Die Aufforderung im Epheserbrief bringt es für mich gerade am Anfang auf den Punkt: Oft geht es dabei auch um ein „Ertragen“. Andere Überzeugungen – gerade wenn sie berühren, was mir wichtig ist – sind auch immer eine Zumutung. Doch wenn ich mich dieser Zumutung aussetze, wenn ich den anderen in Liebe ertrage, dann werde ich unweigerlich erkennen, was mir wirklich wichtig ist, wo Gemeinsamkeiten liegen und wo wir zusammen an einem Strang ziehen können. Ich wünsche Ihnen viele solcher Entdeckungen in den kommenden Monaten!                       Ihr Malte große Deters

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Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr 2022 findet die 11. Vollversammlung als höchstes Entscheidungsgremium des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) seit langem einmal wieder in Europa statt. Aus globaler Perspektive quasi in unmittelbarer Nähe von Bonn, werden ca. 4.000 teilnehmende Christ*innen aus allen

Ecken der Welt in Karlsruhe erwartet, der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs. Viele haben sehnsüchtig auf den Moment gewartet wieder zusammenzukommen, gemeinsam zu beten, zu beraten und auch zu feiern. Das besondere Ereignis wurde aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie 2021 und der Unsicherheiten in diesem Zusammenhang vom letzten auf dieses Jahr verschoben.

Dass die Vollversammlung in Karlsruhe stattfinden wird, birgt auch für Sie als Gemeindemitglieder der Friedenskirche die Möglichkeit nicht nur Zaungast, sondern hautnah beim Austausch und der Begegnung vor Ort in Karlsruhe teilzunehmen, ohne um die halbe Welt reisen zu müssen. Die Stadt liegt 280 km von Bonn entfernt, also ca. 2,5 Stunden mit dem Auto, am schönen Rhein gelegen. So nah war die letzte Vollversammlung schon lange nicht mehr, das letzte Mal 1968 in Uppsala, Schweden. Der vorliegende Gemeindebrief möchte einen Einblick geben, in das Programm der Vollversammlung, aber auch Hintergründe und Entwicklungen des Events beleuchten. Er gibt Informationen zur Entstehungsgeschichte der ökumenischen Vollversammlung und welche Auswirkungen bisherige Vollversammlungen auf die ökumenische Bewegung Europas und weltweit hatten. Außerdem werden Inhalte und Vorhaben der 11. Vollversammlung sowie Auszüge aus dem Begleitheft zur Veranstaltung beleuchtet.

Wir laden Sie ein, mit uns gemeinsam zu entdecken, was die 11. Vollversammlung bewegt, welche Ziele sie hat und was sie dieses Jahr an Programm und Möglichkeiten für uns bereithält. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen das Gemeindebrief-Team.                                                Judith Heibter

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Von Amsterdam nach Karlsruhe – ein historischer Abriss der Ökumenischen Vollversammlung

Wenn in diesem Sommer in Karlsruhe die Ökumenische Vollversammlung tagt, wird dies bereits die elfte Veranstaltung dieser Art sein. Offiziell gegründet wurde der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), zentrales Organ der ökumenischen Bewegung, dessen höchstes Beschlussgremium die Vollversammlung ist, 1948 in Amsterdam.

Historisch gehen die Wurzeln des ÖRK zu den Studenten- und Laienbewegungen des 19. Jahrhunderts zurück. Symbolischer Ausgangspunkt der modernen ökumenischen Bewegung ist die erste Weltmissionskonferenz 1910 im schottischen Edinburgh, auch wenn damals noch weder die katholische noch die orthodoxen Kirchen eingeladen waren. Die große Mehrheit der Delegierten kam aus der evangelischen Kirche und anglo-amerikanischen Missionsgesellschaften, Europäer waren hierbei noch in der Unterzahl. 1920 rief dann das Ökumenische Patriarchat Konstantinopel öffentlich dazu auf, eine ständige gemeinsame Vertretung aller Kirchen zu schaffen, es sollte ein Kirchenbund nach Vorbild des Völkerbundes ins Leben gerufen werden.

Zwei Strömungen des ökumenischen Lebens hatten in der Folgezeit besondere Bedeutung für das Entstehen des ÖRK: die „Bewegung für praktisches Christentum“ (Stockholmer Weltkirchenkonferenz 1925) und die Bewegung „Glauben und Kirchenverfassung“. Beide vereinigten sich 1938 und führende kirchliche Persönlichkeiten beschlossen die Gründung eines Ökumenischen Rates der Kirchen. Ein Plan, der wegen des Krieges jedoch zunächst nicht zur Umsetzung gelangen und erst nach dessen Ende schließlich 1948 in Amsterdam in die Tat umgesetzt werden konnte.

Seinen heutigen Charakter eines „Weltkirchenrates“ erhielt der ÖRK frühestens mit der dritten Vollversammlung 1961 in Neu-Delhi. Hier schlossen sich der ÖRK und der Internationale Missionsrat zusammen, wodurch zu den bis dato vorwiegend vertretenen „historischen Kirchen“ der nördlichen Hemisphäre zahlreiche sog. „junge Kirchen“ aus dem globalen Süden hinzukamen.

Außerdem schloss sich in Neu-Delhi die Russisch-Orthodoxe Kirche an, die sich bis dahin, wohl vor allem vor dem Hintergrund des Ost-West-Konflikts, gegen einen Beitritt entschieden hatte. In der Folge schlossen sich auch slawisch-orthodoxe Kirchen an, sodass sich der zuvor eher westlich wahrgenommene ÖRK mehr und mehr auch nach Osten öffnen konnte. Außerdem waren 1961 auch römisch-katholische Vertreter als Gäste anwesend. In den Folgejahren schien ein Beitritt zum ÖRK möglich, was jedoch seit 1972 auf Beschluss des Vatikans nicht weiter verfolgt wurde.

Inhaltlich gelangten seit 1968 soziale und gesellschaftspolitische Fragen stärker in den Fokus. Frieden und Gerechtigkeit traten als Themen in den Vordergrund und es wurde das Anti-Rassismus-Programm beschlossen. Der interreligiöse Dialog gewann mehr und mehr an Bedeutung. Trotz nicht immer einheitlicher Vorstellungen und Zielen schaffte es der ÖRK die vertretenen Strömungen über die Jahrzehnte zusammenzuhalten. Das Wesen des ÖRK besteht heute in den wechselseitigen Beziehungen der Kirchen untereinander. Schwerpunkt der Arbeit ist die Pflege und Förderung des Beziehungsnetzes der Kirchen untereinander.

Dass die Vollversammlung in diesem Jahr in Deutschland stattfindet zeigt auf erfreuliche Weise, dass sich auch die Beziehungen der Evangelischen Kirche in Deutschland zum ÖRK in den letzten 20 Jahren vertieft haben.                                                                                             Gesine Drebenstedt

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Die bisherigen Vollversammlungen

Das oberste Entscheidungsorgan des ökumenischen Rates der Kirchen ÖRK ist die i.d.R. alle acht Jahre tagende Vollversammlung, die sich zusammensetzt aus den Delegierten der Mitgliedskirchen. Sie wählt den Präsidenten, den Zentralausschuss, legt die Arbeitsschwerpunkte fest und beschließt ggf. Verfassungsänderungen. Der Zentralausschuss ist das zwischen den Vollversammlungen alle zwei Jahre tagende Leitungsorgan des ÖRK. Jede Vollversammlung steht unter einem eigenen Leitspruch. Dem ÖRK kommt auch heute noch als umfassendste und vielfältigste Organisation der ökumenischen Bewegung die Aufgabe zu, sich mit global-ökumenischen Aufgaben zu befassen und den Zusammenhalt der Bewegung zu gewährleisten.

Zu seinen Errungenschaften kann man u.a. zählen:

* ein weltumspannendes Netzwerk, dessen fester Bestandteil der ÖRK ist,

* Vollmitgliedschaft der römisch-katholische Kirche in vielen nationalen und

mehreren  regionalen ökumenischen Organisationen,

*  gemeinsame Überzeugungen in Fragen des Glaubens, Lebens und Zeugnisses,

die in zunehmendem Maße theologische Reflexionen bereichern,

*  Gebetswoche für die Einheit der Christen,

* Unterstützung der Kirchen in ihrem Engagement für Gerechtigkeit, Frieden

und die Bewahrung der Schöpfung, z.B. bei der Bekämpfung des Rassismus

für den Kampf gegen die Apartheid in Südafrika, bei Konfliktlösungsver-

suchen im Sudan, Wiedervereinigungsbestrebungen zwischen Nord- und

Südkorea oder dem Schutz der Menschenrechte in Lateinamerika während der

brutalen Militärdiktaturen.

Die Anerkennung der Bedeutung interreligiöser Dialoge und Beziehungen zu anderen Religionen sowie der Verantwortung der Kirchen für die Bewahrung der Schöpfung sind die ganz besonders herausragenden Leistungen der ökumenischen Bewegung.

  1. Vollversammlung 1948 in Amsterdam, Niederlande:
    „Die Unordnung der Welt und Gottes Heilsplan“.
    147 Kirchen verschiedener Konfessionen versammelten sich um ihren Glauben als Hoffnung gegen alle Realitäten der Erfahrungen des 2. Weltkrieges zu stellen. Die Initiative „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“ beschließt, die wahre Berufung der Kirchen zu erneuern durch ein gemeinschaftliches Engagement für die äußerst wichtigen Anliegen der Gerechtigkeit und des Friedens und der Heilung einer Welt voller Konflikt, Ungerechtigkeit und Schmerz. Man bekennt sich dazu, dass Krieg nach Gottes Willen nicht sein darf.
  2. Vollversammlung 1954 in Evanston, Illinois, USA:
    „Christus, die Hoffnung der Welt“
    Die zweite Vollversammlung spiegelte in gewisser Weise die Ost-West- Spannungen des Kalten Krieges wider.
  3. Vollversammlung 1961 in Neu-Delhi, Indien :
    Jesus Christus, das Licht der Welt“.
    Inzwischen hatte der ÖRK bereits 197 Mitgliedskirchen. Es erfolgten der Zusammenschluss mit dem Internationalen Missionsrat und die Aufnahme von 23 neuen Mitgliedskirchen.
  4. Vollversammlung 1968 in Uppsala, Schweden:
    Siehe ich mache alles neu“.
    Schwerpunkte waren u.a. „Der Heilige Geist und die Katholizität der Kirche“ und die „Wirtschaftliche und soziale Weltentwicklung“.
  5. Vollversammlung 1975 in Nairobi, Kenia:
    Jesus Christus befreit und eint“.
    Schwerpunkten waren u.a. „Bekenntnis zu Christus heute“, „Die Einheit der Kirche – Voraussetzungen und Forderungen“, „Auf der Suche nach Gemeinschaft“ und “Menschliche Entwicklung“.
  6. Vollversammlung 1983 Vancouver, BC, Kanada:
    Jesus Christus ,das Leben der Welt“.
    Aus dem Dialog über das Dokument „Taufe, Eucharistie und Amt“ sowie aus den Erfahrungen mit der Lima-Liturgie entstanden neue Hoffnungen auf eine engere Gemeinschaft.
  7. Vollversammlung 1991 in Canberra, Australien:
    „Komm, Heiliger Geist – erneuere die ganze Schöpfung“.
    Zum ersten Mal in einer Vollversammlung
    wurde explizit die dritte Person der Trinität „Heiliger Geist“, angesprochen, im Kontext des physischen Universums.
  8. Vollversammlung 1998 in Harare, Simbabwe:
    Kehrt um zu Gott – seid fröhlich in Hoffnung“.

339 Mitgliedskirchen gelobten ihre Verpflichtung, beieinander zu bleiben und ihre Solidarität mit den afrikanischen Gastgebern fortzusetzen.

  1. Vollversammlung 2006 in Porto Alegre, Brasilien:
    In deiner Gnade, Gott, verwandle die Welt“.
    Zentrale Aussagen sind: „Von der Gnade und Liebe Gottes erwarten die Christen Heilung und Versöhnung in der zerrissenen Menschheit“ und „Gott ist Liebe“. Man beschäftigte sich u.a. mit den Schlüsselfragen christlicher Einheit.
  2. Vollversammlung 2013 in Busan, Republik Korea:
    „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“.

Die Teilnehmer der 10. Versammlung, 345 Mitgliedskirchen, gaben folgende  Bestätigung ab:

„Wir teilen unsere Erfahrungen mit der Suche nach Einheit in Korea als Zeichen der Hoffnung in der Welt. Dies ist nicht das einzige Land, in dem Menschen geteilt leben, in Armut und Reichtum, Glück und Gewalt, Wohlfahrt und Kriege. [ ]“. 

Viele haben sich berühren lassen von den offenen Wunden einer durch Konflikt und Teilung zerrissenen Gesellschaft Koreas. Der ÖRK bekennt, dass er solidarisch steht mit den Menschen und Kirchen auf der koreanischen Halbinsel und mit jenen, die nach Gerechtigkeit und Frieden streben. Infolge erschien im Juni 2017 eine Erklärung „Ökumenisches Engagement für Frieden, Versöhnung und Wiedervereinigung der koreanischen Halbinsel.                                                                                                         Ruth Naaf

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Vorhaben der 11. Vollversammlung

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ist, mit 350 Kirchen verschiedener Konfessionen aus 110 Ländern, die weltweit größte ökumenische Organisation. Das höchste Entscheidungsgremium des ÖRK ist die Vollversammlung. Sie tritt in der Regel alle acht Jahre zusammen. In diesem Jahr findet die 11. Vollversammlung vom 31. August – 8. September in Karlsruhe, und somit zum

ersten Mal in Deutschland, statt. Sie steht unter dem Motto „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“. Die Vorbereitung der Vollversammlung obliegt dem Planungsausschuss des ÖRK. Er tagte bereits mehrmals. In seiner Tagung vom 19. – 21. Oktober 2021 ging es z. B. darum, wie die Vollversammlung dazu beitragen kann, Brücken zu bauen, um Austausch, Dialog und das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken.

Im Mittelpunkt dieser Tagung stand das spirituelle Leben während der Vollversammlung, das tägliche Andachten, thematische Plenarsitzungen, so genannte „home groups“, und ökumenische Gespräche sowie Workshops im Rahmen des Brunnenprojekts umfasst.

Die Planungen für die thematischen Plenarsitzungen, die sich jeweils einen bestimmten Aspekt des Themas der Vollversammlung „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“ widmen, wurden erörtert. Dies umfasste die Bandbreite vom Sinn der Liebe Gottes über die Barmherzigkeit Christi bis hin zur Bekräftigung des Lebens und der Bekräftigung von Gerechtigkeit und Menschenwürde.                                                                                                                                              Gudrun Engel

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Bedeutung der Ökumene

Nach der Gründungsversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 1948 in Amsterdam und der Vollversammlung des ÖRK 1968 in Uppsala (Schweden) wird im September 2022 zum dritten Mal eine ÖRK-Vollversammlung in Europa stattfinden – das erste Mal in Deutschland.

Zurecht hat der ehemalige Ratsvorsitzende Bedford-Strohm bei der Einladung herausgestellt, wie sehr die Kirchen in

Europa auf die Impulse der weltweiten Ökumene angewiesen sind: „Europa braucht Sie. Europa braucht Ihre geistliche Inspiration. Europa braucht Ihre Ermutigung. Europa braucht Ihre Glaubensfreude. Europa braucht Ihre Fragen zum Thema Frieden und Gerechtigkeit. Europa braucht Ihre Präsenz als sichtbarer Ausdruck der vereinten Welt, nach der wir uns alle sehnen.“

Die VV kann für unsere Kirche wesentliche Orientierungshilfe sein, um ihren Platz in einer säkularen Gesellschaft zu finden. Der ÖRK steht für Einheit in Vielfalt und ein gelebtes Zeugnis für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Nicht zuletzt die COVID-19 Pandemie hat die Verwundbarkeit der Menschheit insgesamt, aber auch die tiefen Spaltungen weltweit aufgrund von unterschiedlichen Lebensbedingungen vor Augen geführt. Ich hoffe, dass die VV uns die Botschaft wahrnehmen lässt: Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen unserer Zeit angehen und bewältigen. Es gilt, die nationalen Egoismen vor allem in der westlichen weißen Welt zu überwinden. Diese Botschaft ist auch eine Botschaft an unsere Kirche.

Die VV kann ein Weckruf sein, vor Ort „Einheit in Vielfalt“ zu leben und gemeinsam mit anderen Kirchen und gesellschaftlichen Bewegungen Veränderungsprozesse anzustoßen, die ein gerechtes und friedliches Miteinander ermöglichen. Und schließlich: Die VV ist eine großartige Möglichkeit, den Reichtum spiritueller Praxis der verschiedenen Konfessionen neu zu entdecken.

Wir haben die Chance, in Gemeinden, Kirchenkreisen und auf landeskirchlicher Ebene dieses für Deutschland einzigartige ökumenische Erlebnis mitzuerleben, mitzufeiern und die Impulse aufzugreifen. Gottesdienste und wichtige Sitzungen werden digital übertragen. Und Ein umfangreiches, vielfältiges, ökumenisches Programm lädt in Karlsruhe zur Teilnahme ein.

Verschiedene Veranstaltungen sind im Bereich der EKiR geplant, um Sie auf die Vollversammlung vorzubereiten und einzustimmen.

Gerne können Sie mich auch für Planungen in Ihrer Kirchengemeinde oder Region ansprechen.

Ihr Helmut Müller, Rheinischer Dienst für Internationale Ökumene (RIO) –  Köln-Bonn

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11. Vollversammlung des ÖRK – Möglichkeiten der Teilnahme

Besuchende können an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen: Gottesdienste, Morgen- und Abendgebete, thematische Plenarsitzungen, Bibelgespräche, Workshops etc. Die Stadt Karlsruhe organisiert darüber hinaus auch ein Besucherprogramm. Teilnehmen können jedoch nur registrierte Besucherinnen und Besucher, die eine entsprechende Teilnahmegebühr bezahlt haben.

Die Vollversammlung beginnt voraussichtlich am Mittwoch 31.8.2022 um 15:00 Uhr mit einem öffentlichen „Eröffnungs-Plenum“, an das sich ein „Eröffnungs-Gebet“ und ein Eröffnungsgottesdienst anschließen werden.

Den Abschluss der Vollversammlung bilden am Donnerstagvormittag 8.9.2022 das „Abschluss-Plenum“ und ein „Abschluss-Gebet“ bis ca. 13:00 Uhr. Die übrigen Tage der Versammlung (Achtung: am Wochenende findet KEIN Programm statt) sind jeweils ähnlich strukturiert:

Morgengebet, thematisches Plenum und Bibelarbeit im Plenum am Vormittag sind öffentlich, ebenso das Abendgebet. Mittags bis abends finden an verschiedenen Orten öffentliche Workshops zu verschiedenen Themen statt.

Viele Veranstaltungen werden auch live übertragen werden. Am 4.9.2022 kommt der Fernsehgottesdienst im ZDF aus Karlsruhe.

Als Herzstück der Vollversammlung wird der Brunnen an jedem Wochentag von 11:00 bis 21:00 Uhr geöffnet sein. Der Brunnen wird ein Ort der Begegnung und des Austauschs sein, an dem man seinen Durst stillen, eine Besucherin oder einen Besucher grüßen oder eine fremde Person kennenlernen kann. Der Brunnen hat auch eine spirituelle Bedeutung: Es handelt sich um einen Ort, der die Vielfalt sowie die vorhandene und die erwartete Einheit widerspiegelt. Es ist ein Ort der Begegnung, der Horizonte öffnen will. Er schafft Raum für die breitere ökumenische Bewegung und die Zivilgesellschaft.

Auf der Vollversammlung bildet das Brunnen-Programm das Hauptelement für die sogenannte Spur der Vollversammlungsteilnehmenden, die parallel zur Spur der Delegierten und zur Spur des ökumenischen Begegnungsprogramms (Programm in der Stadt Karlsruhe, vorwiegend für lokale und regionale Teilnehmende) stattfindet. Das Brunnen-Programm umfasst Workshops, Ausstellungen, Bereiche für Netzwerkarbeit sowie Nebenveranstaltungen.

Es gibt ein kleines Büchlein des ÖRK zur Vorbereitung auf die Vollversammlung.

Vom 31.8. bis 2.9.2022 würden wir gerne mit einer Gruppe in Karlsruhe teilnehmen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Pfarrerin Stefanie Graner bis zum 15.3.2022.                       Stefanie Graner

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Das Materialheft zur 11. Vollversammlung hält Interessantes bereit, z.B. die Idee des Pilgerns

Aufgrund der immer noch währenden Pandemie wird die 11. ÖRK-Vollversammlung wahrscheinlich vor Ort in Karlsruhe sehr viel weniger Besucher haben und Angebote bereitstellen können, wie das bei den zuvor stattgefundenen Vollversammlungen der Fall war. Um trotzdem ökumenisches Engagement zeigen zu können, z.B. zu Hause oder auch in der Gemeinde, wurde ein Material- und Begleitheft konzipiert, welches alle, die Interesse und Lust haben, mit auf den Weg nach Karlsruhe nimmt, mitten hinein in die ökumenische Bewegung und das Motto der 11. Vollversammlung „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“.

Das Begleitheft hat den Titel „welt.bewegt – Auf dem Weg nach Karlsruhe!“ und hält neben Informationen zur Entwicklung der ökumenischen Bewegung seit der letzten Vollversammlung in Busan (Südkorea, 2013) auch viele Ideen, Materialien und Anregungen für die Praxis in Schulen oder im Konfirmandenunterricht bereit.

In Kapitel 5 wird unter anderem das Pilgern beleuchtet, welches praxisnah und einfach umzusetzen ist. Aber warum pilgern Menschen eigentlich?

Früher ist man vor allem aus religiösen Gründen gepilgert. Man hat sich auf den Weg gemacht, oft gemeinsam mit anderen, um zu einem heiligen Ort zu gelangen und dort gemeinsam zu beten, inne zu halten oder Gottesdienst zu feiern. Die Hintergründe, warum Menschen pilgern sind heute vielfältiger. Teilweise, um den Kopf frei zu kriegen, um rauszukommen, um sich auf das Wesentliche zu besinnen oder um sich auf eine spirituelle Reise zu begeben, auf der man sich oder andere neu kennenlernen und seinen Horizont erweitern kann. Zumindest ist das wohl häufig die Motivation. Als Botschaft und Aufruf zur Vollversammlung in Busan wurden bereits alle „christlichen Kirchen und Menschen guten Willens dazu aufgerufen, sich an dem Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens zu beteiligen.“ (vgl. Materialheft, welt.bewegt – Auf dem Weg nach Karlsruhe, S. 69). Sich gemeinsam für eine Sache auf den Weg machen und ein Zeichen dafür setzen, was einem wichtig ist. Das war damals die Idee.

Im Begleitheft wird noch einmal aufgezeigt, welche Aspekte das Pilgern einschließt und welche Elemente dabei wesentlich sind: Das Pilgern als eine Reise der Entdeckung und Veränderung, um mit anderen auf dem Weg zu sein und miteinander und voneinander zu lernen. Außerdem werden verschiedene Aufrufe für Pilgerwege mit aktuellen Themen erwähnt, wie der Pilgerweg für Klimagerechtigkeit, für die Rechte von Flüchtlingen oder gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Es lohnt sich also, einen Blick in das Materialheft zu werfen und sich ein bisschen inspirieren zu lassen und vielleicht sogar das ein oder andere in die Praxis umzusetzen.                                                                                                                                                              Judith Heibter

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Abendmahl unter Corona-Bedingungen

An seinem letzten Abend in Freiheit, am Tag vor seiner Hinrichtung verheißt Jesus seinen Jüngern, dass er auch über seinen Tod hinaus bei ihnen sein wird, dass sie seine Gegenwart bei sich spüren werden, wann immer sie zusammenkommen um sich seiner zu erinnern und miteinander das Brot brechen und den Segenskelch herumreichen. Und genauso erleben es die beiden Jünger an Ostern in Emmaus und seither alle Generationen von Christen. Beim Abendmahl ist der auferstandene Christus noch einmal in anderer Weise bei ihnen gegenwärtig als sonst.

Aber an welchem Punkt der Abendmahlsfeier Menschen diese Gegenwart Christi im Mahl erleben, ist sehr unterschiedlich: Es kann beim Hören auf die Einsetzungsworte sein, bei den Gesängen der Abend-mahlsliturgie, beim Zusammen-kommen im Raum vorne in der Kirche, in dem Augenblick, in dem man die Oblate in den Händen spürt oder aus dem Gemeinschaftskelch trinkt, oder wenn sich alle zum abschließenden Sendungswort die Hände reichen.

Die in der Friedenskirche vertraute Form des Abendmahls kann man in Zeiten der Corona-Pandemie nicht verantwortlich umsetzen, Abstandsgebot und Maskenpflicht machen das unmöglich. In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie haben wir zunächst ganz auf das Abendmahl im Gottesdienst verzichtet.

Da die Einschränkungen uns jedoch womöglich noch eine Weile begleiten werden, hat das Presbyterium verschiedene Formen der Abendmahlfeier erprobt, die uns unter der Berücksichtigung der pandemischen Lage verantwortbar erschienen:

Das berührungslose Überreichen der Oblate, Einzelkelche, kleine individuelle Kelche und Patenen-Sets, die man an den Platz holt. Bei der praktischen Erprobung hat sich vor allem der Platz in der Friedenskirche als Problem herausgestellt. Mit Abstand passen nur 10 Feiernde in den Altarraum der Friedenskirche und es lassen sich praktisch keine Wege in den Altarraum und zurück etablieren, bei denen es nicht zu einer deutlichen Unterschreitung der Abstände kommt.

Daher hat sich das Presbyterium entschieden, solange die Pandemie anhält, nur die Oblate auszuteilen und diese bereits vor dem Gottesdienst in einem Papierbriefchen an den Plätzen in den Bänken auszulegen. Aus diesem Briefchen nehmen die Mitfeiernden die Oblate während der Abendmahlsfeier. Die liturgische Rahmung der Einsetzungsworte und des Sendungswortes am Ende der Austeilung passen wir dieser Form an.

Dies ist sicher zunächst eine sehr ungewohnte Form, miteinander Abendmahl zu feiern. Für manche von uns, wird die bisherige Form Christi Gegenwart in der Mahlfeier zu spüren, zunächst verschlossen sein. Gleichwohl glauben wir, dass auch diese Form die Verheißung Jesu hat, dass er da sein wird, wenn wir zu seinem Gedächtnis das Mahl feiern. Wir müssen ihm neu nachspüren. Hierzu laden wir sie bis zum Ende der Pandemie wieder an jedem 3. Sonntag im Monat und an bestimmten Feiertagen ein.

Michael Verhey

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25 Jahre…..

Eigentlich wollte ich nur 5 Jahre bleiben, maximal 10, als ich am 23.2.1997 meinen Dienst in der Friedenskirchengemeinde angetreten habe. So hatte ich es in meiner Zeit in den USA am Anfang meines Berufslebens kennen gelernt. Und in meiner ersten Hilfsdienst- und Pfarrstelle in der Kirchengemeinde Holzlar bin ich fünf Jahre geblieben und dann über den Rhein nach Kessenich gewechselt. Nun sind es schon 25 Jahre, die ich in der Friedenskirchengemeinde meinen Dienst tue, und ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese Jahre.

Ich bin dankbar für die Menschen, die sich in die Gemeinde einbringen, für die haupt- und nebenamtlichen Kolleg*innen, für die vielen Ehrenamtlichen, mit denen ich gemeinsam meinen Dienst tun und in vielfältiger Weise Gemeindeleben gestalten darf. Der Apostel Paulus sagt im Korintherbrief: Christus ist das Haupt und wir alle sind die Glieder des Leibes Gemeinde, jeder und jede ist wichtig mit seinen Gaben und niemand darf fehlen. Ich denke auch an die Menschen, mit denen ich hier gemeinsam gearbeitet habe und die inzwischen andere Wege gegangen oder gestorben sind. Das ist sicherlich ein Aspekt meines Dienstes, der mir manchmal schwer fällt, Menschen zu verabschieden, die ich in der Arbeit lieb gewonnen habe. Aber ich bin sehr dankbar für diese Menschen und erinnere mich gerne an das gemeinsame Wegstück, das wir zusammen zurücklegen durften.

In diesen 25 Jahren habe ich viel Schönes erlebt und gestalten dürfen. Es gab viele Highlights in der Gemeinde, von denen ich nur wenige als Beispiele aufzählen kann: die Teilnahme mit dem Gemeindefest am Kessenicher Herbstmarkt, der ökumenische Festgottesdienst zum Reformationsjubiläum 2017 als Ereignis im Ort, Vorträge, Ausstellungen, Kabarett, Aktionen wie 100 Haushalte der Gemeinde wechseln zu Bonn-Natur-Strom, vielfältige Gottesdienste von tollen Teams vorbereitet, der Aufbau des Teams der diakonischen Seniorenarbeit, Gemeindereisen und Freizeiten. Es gab auch tolle Ereignisse in der Partnerschaftsarbeit mit Kusini A mit den Jugendchorbegegnungen 2008 und 2010, dem Aufbau der Ausbildungswerkstatt in Kusini A.

Es gab die vielen kleinen Begegnungen mit Menschen, die ich an Lebensstationen gottesdienstlich oder seelsorgerlich begleiten durfte, Begegnungen in Gruppen und Kreisen in der Gemeinde und unzählige Hausbesuche, bei denen Menschen ihr Leben und ihren Glauben mit mir geteilt haben.

Natürlich hat es auch die eine oder andere Krise gegeben, schwere Entscheidungen mussten im Presbyterium miteinander gefällt und getragen werden, es gab und gibt Auseinandersetzungen und

Enttäuschungen auf verschiedenen Seiten in der Gemeinde. Die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft sind ebenfalls herausfordernd und stellen uns immer wieder vor die Frage, wie wir hier in der Friedenskirchengemeinde Kirche vor Ort sein wollen. Es gibt die Corona-Pandemie, in der wir als Gemeinde viele neue Wege gefunden haben, um bei den Menschen zu sein. Alle diese Krisen und Herausforderungen erlebe ich auch als Chancen.

Als Pfarrerin darf ich mein Leben lang lernen, Neues entwickeln und ausprobieren. Ich darf scheitern und aufstehen und neu anfangen, das ist ein Geschenk. Und ich darf vertrauen, dass Gott auf allen Wegen mitgeht und mit seiner guten Botschaft für uns da ist und uns begleitet. Ich finde nach wie vor, dass wir als Christinnen und Christen mit einer guten Botschaft in der Welt unterwegs sind: von der Großartigkeit der Schöpfung; von der Kraft der Liebe Gottes; von Christus, dem Auferstandenen, der auch uns Hoffnung auf Auferstehung und Leben schenkt, im Hier und Jetzt und in Ewigkeit; vom Heiligen Geist, der weht, wo er will, Menschen ermutigt und über sich hinaus auf Gott und sein Wort hin wachsen lässt; von Gottes Reich, der Gerechtigkeit und des Friedens. Ich bin immer noch sehr gerne Ihre und Eure Gemeindepfarrerin und freue mich auf den Weg der vor uns liegt, und freue mich, dass wir die Herausforderungen gemeinsam anpacken und auf Gottes Geleit hoffen dürfen.

              Ihre und Eure Pfarrerin Stefanie Graner

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Zum 25. Dienstjubiläum sagen wir Danke

Danke, liebe Frau Graner, für Ihren unermüdlichen Einsatz in der Friedenskirchengemeinde. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Gemeindeglieder.

Viele Senior*innen erinnern sich gerne an die von Ihnen organisierten Gemeindereisen, die leider durch Corona aktuell nicht stattfinden können. Umso wichtiger sind für unsere Senior*innen der Besuchsdienstkreis und die Gemeindehelferin, die bei Einkäufen und Arztbesuchen unterstützen und an Geburtstagen besuchen. Dieser Besuchsdienstkreis hat in Ihnen eine kompetente und empathische Ansprechpartnerin.

Ihre Predigten im Gottesdienst sind häufig sehr persönlich, wenn Sie zum Beispiel zugeben mit dem Predigttext zu hadern, oder auch nicht immer so friedfertig sein können, wie es gerade dieser Text fordert. Bei Beerdigungen finden Sie immer sehr persönliche, tröstende Worte für die Angehörigen und über die Verstorbenen.

Bei Taufen können wir erleben, wie sehr Sie sich über jedes Kind freuen, das wir in unserer Gemeinde aufnehmen können. Sie sind aber nicht nur in der eigenen Gemeinde aktiv, sondern halten auch den Kontakt zu den anderen Gemeinden im Kirchenkreis, zur katholischen Nachbargemeinde, sowie zur Kisuaheli- und methodistischen Gemeinde. Diese Kontakte befruchten auch die Arbeit in unserer Gemeinde.

Bestimmt habe ich vieles vergessen, was noch gesagt werden sollte. Auch das Vergessene schließen wir in unseren Dank an Sie mit ein. Ein großes Dankeschön, verbunden mit der Hoffnung auf eine noch lange fruchtbare Zeit mit Ihnen, überbringt stellvertretend für die Gemeinde                 Ingrid Holzscheiter

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Praktikum in der Friedenskirche

Mein Name ist David Christansen, ich bin Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums. In der Jahrgangsstufe EF, also der 10. Klasse, gibt es ein zweiwöchiges Praktikum im Rahmen der Förderung zur Berufsorientierung. Dieses Praktikum habe ich in der Friedenskirche bei Pfarrer Verhey gemacht.

Eigentlich hatte ich mich auf fünf andere Praktikumsplätze im Bereich IT beworben. Jedoch wurden diese wegen Corona abgesagt. Daraufhin habe ich mich nach etwas Lokalem umgeschaut. Da ich erst vor zwei Jahren konfirmiert wurde, bin ich auf die Friedenskirchengemeinde gekommen. Ich bin auf Herrn Verhey zugegangen und konnte bei ihm mein Praktikum machen.

Es hat mich interessiert den Berufsalltag eines Pfarrers kennenzulernen und dem Vorurteil entgegenzuwirken, dass Pfarrer nur am Sonntagvormittag arbeiten müssen. Dass sie auch Dienstagnachmittag arbeiten wusste ich schon von Konfi.

Der Pfarrerberuf betrifft sehr viele verschiedene Bereiche und erfordert viele Fähigkeiten. Man arbeitet mit Menschen sehr verschiedener Altersgruppen und Gefühlswelten. Es gibt sehr viel Organisatorisches in einer Kirchengemeinde zu regeln. Besprechungen und Gemeindeangebote dauern oft bis in die Abendstunden. Pfarrer arbeiten oft zu Zeiten, an denen andere frei haben, weil Angebote der Gemeinde in der Freizeit der Gemeindeglieder stattfinden. Es hat mich überrascht, wie kurzfristig Termine (z.B. mit Menschen, denen es schlecht geht) hinzukommen, so dass es schwer ist für einen Pfarrer seine Freizeit zu planen. Am besten hat mir die Arbeit mit den Konfis gefallen, die Betreuung des Livestreams unserer Gottesdienste und ein Gottesdienst für junge Erwachsene, den Pfarrer große Deters in der Krypta der Kreuzkirche gefeiert hat.

David Christansen

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Abschied von Frau Naaf

Liebe Gemeinde,

manchmal verläuft das Leben plötzlich und unerwartet in ganz neuen Bahnen.

Bei meiner Einsegnung zum Presbyteramt vor zwei Jahren ahnte ich nicht, dass ein gutes Jahr später kurz hintereinander beide Schwestern erneut schwer an Krebs erkranken würden. Ebenso benötigt auch meine Mutter in Mainz zunehmend mehr Unterstützung. Als dann sich auch an meinem Arbeitsplatz ein sehr trauriger, würdeloser Stil etablierte und in Mainz eine Wohnung in der Nähe der Familie frei wurde, habe ich das Angebot, ab April wieder in meiner Geburtsstadt zu wohnen und zu arbeiten

gerne angenommen. So können wir die uns noch verbleibende Zeit intensiver nutzen, die Wege sind nicht so weit und meine neue Tätigkeit stellt noch einmal ganz andere Anforderungen. Aber ich werde mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen.

Ich danke Ihnen von Herzen für die vielen wertvollen Begegnungen und wünsche Ihnen Mut für und Vertrauen in neue Projekte, damit unser von Liebe, Hoffnung und Barmherzigkeit getragener Glaube wieder sichtbarer wird. Gottes Segen                                                                                                         Ruth Naaf

 Als Presbyteriumsvorsitzende bedanke ich mich im Namen der Gemeinde sehr herzlich schon an dieser Stelle bei Frau Naaf für Ihren Einsatz in unserer Gemeinde und wünsche ihr Gottes Segen für den neuen Lebensabschnitt. Die Entpflichtung und Verabschiedung findet statt am 3.4.2022 um 10:00 Uhr im Gottesdienst in der Friedenskirche.

Wenn Sie, liebe Leser*innen, sich vorstellen könnten, im Presbyterium mitzuarbeiten, sprechen Sie uns bitte an, denn wir möchten den Platz im Presbyterium gerne wieder besetzen. Ganz unverbindlich können Sie sich gerne mit Pfarrer Verhey oder mir für ein Informationsgespräch verabreden.                      Stefanie Graner

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